OrbisGraph ist die Compliance-Plattform von Pinnipedia. Unter der Haube ist die Katalog-Schicht als Wissensgraph umgesetzt: Praktiken, Anforderungen, Zielobjekte, Maßnahmen, Nachweise, Freigabezustände und Querverweise zwischen Frameworks liegen als getypte Knoten und Kanten vor. OrbisGraph hält das Kompendium nicht als PDF-Kopie vor, um es für Abfragen zu parsen. OSCAL-Dokumente bilden sich direkt in den zugrunde liegenden Graphen ab, weil OSCAL unter dem JSON selbst ein graphartiges Schema ist.
Das hat während der Grundschutz++-Umstellung zwei Konsequenzen. Erstens: Der Wechsel von Bausteinen zu Praktiken ist eine Neubindung von Knoten, keine Neufassung des Werkzeugs. Dieselben Projektdaten, dieselben Nachweise, dieselben Freigabezustände überleben den Wechsel und binden sich an den neuen Katalog. Zweitens: Katalogaktualisierungen aus dem BSI-GitHub-Repository kommen als inkrementelle Graphänderungen, nicht als neue Produktversionen. Updates, die in einem dokumentbasierten Werkzeug einen Quartalsrelease erfordern würden, landen hier in Tagen.
Über die Umstellung hinaus werden die in Grundschutz++ eingebauten Querverweise (auf ISO 27001:2022 und NIS2) zu begehbaren Kanten innerhalb desselben Graphen. Organisationen mit kombiniertem Geltungsbereich können die Nachweisabdeckung über Frameworks hinweg an einer Stelle abfragen, statt drei Tabellen zu pflegen.
OrbisGraph bleibt ein Werkzeug, kein Auditor und keine Zertifizierungsstelle. Zertifikate werden von akkreditierten Auditoren ausgestellt, nicht von der Plattform. Pinnipedia steht in keinem Vertragsverhältnis mit dem BSI und beansprucht keine BSI-Freigabe. Was wir beanspruchen können, weil die Architektur es trägt, ist: Der Wechsel auf Grundschutz++ ist innerhalb von OrbisGraph eine Serialisierungsaufgabe, kein Neuaufbau.